Tierschutz: Hilfe aus Friedland für Futterstelle auf dem Stadtgebiet
„In Deutschland leben über zwei Millionen Streunerkatzen und die Zahl steigt ständig“, schätzt die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“. Auch in Göttingen gibt es eine Menge herrenlose Katzen. Mit einem romantischen Leben in Freiheit hat das nichts zu tun. Die Katzen brauchen dringend die Hilfe von Tierfreunden, um überleben zu können. Weil es immer mehr herrenlose Katzen gibt, die Tierschützer in Göttingen aber weniger werden, wachsen die Probleme. Zurzeit befindet sich die Göttinger Organisation SOS Straßenkatzen in Auflösung. Für eine größere Futterstelle auf dem westlichen Stadtgebiet Göttingens springt deshalb nun der Tierschutzverein Friedland ein – und bittet die Göttinger um Spenden, um „ihren“ Stadtmiezen zu helfen.
Immer mehr herrenlose Katzen, zu wenig finanzielle Mittelund ständig Stress mit Behörden – das ist es, was Tierfreunden den Einsatz für Streuner madig macht, weiß Bettina Bruder, die 1. Vorsitzende des Tierschutzvereins Friedland. Und verärgerte Anwohner, die nicht davor zurückschrecken, Giftköder auszulegen, gibt es zusätzlich. Deshalb darf an dieser Stelle auch nicht verraten werden, wo genau sich die Göttinger Futterstelle befindet. Hier sind es Tierfreunde aus der Nachbarschaft, die den Katzen helfen. „Solche Menschen, die nicht nur bei Facebook schreiben, dass sie Katzenfans sind, sondern vor Ort ehrenamtlich helfen, wollen wir nicht im Regen stehen lassen und haben uns deshalb entschlossen, auch in Göttingen zu helfen“, so Bettina Bruder. Das geht aber nur mit Spenden, denn der Zuschuss, den die Friedländer Tierschützer von ihrer Kommune bekommen, darf nur für den Tierschutz in Friedland verwendet werden.
Zwischen 10 und 15 Katzen sind es, die an der Futterstelle versorgt werden, die bislang von SOS Straßenkatzen unterstützt wurde. Die Tiere brauchen dringend tierärztliche Hilfe: „Es haben sich Viren ausgebreitet, die unter anderem die Atemwege angreifen“, berichtet Bettina Bruder. Das sei typisch für Streuner: „Ohne Impfungen breiten sich Krankheiten schnell aus. Katzenschnupfen kann zum Beispiel dazu führen, dass Katzenwelpen ihr Augenlicht verlieren. Dazu kommen Parasiten. Aber auch FIV, also das so genannte Katzen-AIDS, breitet sich aus. Die durchschnittliche Lebenserwartung von Streunern liegt nur bei drei bis vier Jahren.“ Bei den herrenlosen Tieren können sich auch Freigänger-Katzen anstecken. Deshalb sei es im Interesse aller Katzenbesitzer, dass den Streunern geholfen wird. Mit rund 1.000 Euro Tierarzt-Kosten rechnet der Tierschutzverein Friedland im Fall der heimatlosen Katzen im Göttinger Westen. Aber nicht nur an dieser Stelle gibt es in Göttingen Streuner-Katzen.
„Man kann davon ausgehen, dass in fast jeder Kleingartenkolonie, Gewerbegebieten und jeder größeren Parkanlage herrenlose Katzen leben. Eines unserer Vereinsmitglieder hat auch schon im Alten Botanischen Garten einen Streuner gefunden. Da diese Katzen sehr scheu sind, sieht man sie normalerweise nicht“, so Bruder. Deshalb sei das Problem wohl auch so wenig im Bewusstsein von Politik und Verwaltung, von denen sich die Katzenschützer mehr Unterstützung wünschen.
Das Eichsfeld sei den Göttingern hier eine Nasenlänge voraus: „Für Heiligenstadt und Leinefelde gibt es jetzt eine Katzenschutzverordnung, die würde auch in Stadt und Landkreis Göttingen viel helfen“, so Bruder. Erst einmal muss den kranken Katzen an der Göttinger Futterstelle geholfen werden!
Wer die Tierschützer bei ihrer Hilfsaktion unterstützen möchte, spendet auf das Konto des Tierschutzvereins Friedland
mit dem Stichwort „SOS Katzen“
IBAN: DE17 2605 0001 0034 2010 04.
Bis 200 Euro reicht der Kontoauszug als Spendenquittung, weitere Informationen auf unserer Homepage
Quelle: Extra-Tip vom 04.03.